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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Die schlesischen Kriege inklusive dem 7 jährigen Krieg
ORiGiN Offline




Beiträge: 228

13.02.2010 15:15
RE: Preußische Dragoner Antworten

Ich habe um mir die Zeit zu NTW zu verkürzen wieder mit dem Einheiten modden angefangen. Jetzt habe mir das Dragonerregiment Nr.5 (Bayreuther Dragoner) zur Brust genommen, bin mir allerdings unsicher welche Werte und Fähigkeiten den Dragonern historsich korrekterweise gebühren.
Wäre nett wenn mir da jemand helfen könnte:
-Welche Nah- wie Fernkampfwerte? (ungefähr im Vergleich zu anderen Einheiten/Waffengattungen?)
-Konnten sie vom Pferderücken aus schießen und wenn ja auch während des Reitens?
-Konnten sie noch während der Schlacht absteigen und als Infanterie fungieren?


Gruß,
ORiGiN

kannibali Offline




Beiträge: 2.342

18.02.2010 15:07
#2 RE: Preußische Dragoner Antworten

Also die Bayreuther Dragoner waren ja im Säbelgefecht und Schnelligkeit Profis, sogesehen sollten sie fast so schnell wie Husaren sein, aber sehr, sehr gute Nahkampf-und Verteidigungswerte haben.
Zur Schusskraft keine Ahnung, würde sie aber an gute andere Dragoner messen, bzw. die der Österreicher. Moral würde ich denen 11 oder sogar 12 geben.

-Konnten sie noch während der Schlacht absteigen und als Infanterie fungieren?

Warum sollten sie das nicht können

Denen kannst du auf jeden Fall Elitestatus zukommen lassen, hatte sie doch 78 Jahre, Geschichte geschrieben, aber siegreich!


Hier was zu denen:

Die Caesaren von Hohenfriedeberg

“Der dumpfe Trommelwirbel verdichtete sich zu einem harten Marsch, schrill fielen die Pfeifen ein. Der Kapellmeister Carl Friedrich Ammon voran, ritten die Eskadronen unter den Klängen des ‘Hohenfriedbergers‘, durch das Pyritzer Tor in das Städtchen ein ...“ Die da ritten waren die Bayreuth-Dragoner, seit 1721 in ihrem Stabsquartier - Pasewalk - stationiert.

Am 2. April 1717 durch Allerhöchste Kabinettsorder gestiftet, und am 1. Juni gleichen Jahres im Raum Halberstadt aufgestellt, wuchs das Regiment, unter der Führung des Obersten Achaz von der Schulenburg, bis 1732 auf eine Stärke von 10 Eskadrons mit insgesamt 1.605 Mann und 1.486 Pferden. Von 1718 bis 1724 sind die Dragoner in und um Ruppin, Kyritz und Neustadt (Dosse) stationiert. Zeit seines Bestehens hatte das Regiment eine sehr bewegte und traditionsreiche Geschichte.

Mit Beginn des ersten Schlesischen Krieges Friedrich II., über schritt auch das nunmehrige Dragoner-Regiment “Ansbach Bayreuth“ Nr. 5 am 16.12.1741, im Bestand des 1. Korps die Schlesische Grenze. Unter seinem Chef, dem Erbprinzen Friedrich von Bayreuth, besteht es die Schlachten von Mollwitz, Chotusitz und Prag. Der 17. Mai 1742, bei Chotusitz, bringt dem Regiment neben großen Mannschafts- und Pferdeverlusten, den ersten Verdienstorden “Pour le merite“. Es naht der 4. Juni 1745. Bei Hohenfriedeberg, in Schlesien, sollte die Sternstunde der Ansbach-Bayreuth-Dragoner schlagen. Eingesetzt am linken Flügel der preußischen Schlachtordnung, wird es durch General von Geßler, im entscheidenden Moment zum Durchbruch der österreichischen Front herangeführt. Wirkung und Erfolg sind über-wältigend. In vollem Galopp, unter starkem feindlichem Feuer, zersprengen die Dragoner 20 österreichische Bataillone, erbeuten da bei 67 Fahnen und fünf Kanonen und machen 2.500 Gefangene. “Welche Denkmäler würde man in Rom diesen Helden vom Regiment Bayreuth errichtet haben“, schrieb Friedrich II. an seinen Minister von Podewils. Er überhäuft das tapfere und siegreiche Regiment mit Ehren: Ein Regimentssiegel mit der Jahreszahl 1745, geschmückt mit den erbeuteten Trophäen, das Recht den “Hohenfriedberger Marsch“ blasen zu lassen sowie mehrere Verdienstorden. Sechs Offiziere und 28 Mann können an diesen Ehrungen allerdings keinen Anteil mehr nehmen.

“Pro Gloria et Patria“ - Für Ruhm und Vaterland, dieser Devise bleiben die Ansbach-Bayreuther auch weiterhin treu.

Bei Leuthen (5.12.1757) werden zwei österreichische Infanterie-Regimenter gefangen, vier Standarten, neun Fahnen und acht Kanonen erobert. Am 3. November 1760 erkämpfen die Dragoner, bei Torgau, weitere zehn Fahnen und machen vier Regimenter zu Gefangenen.

Ende 1763 besteht das Regiment aus 1.616 Preußen, 50 Sachsen sowie 255 Ausländern und besitzt 12 Verdienstorden “Pour le merite“. Den Bayerischen Erbfolgekrieg (1778/79) macht das Dragoner-Regiment “Ansbach-Bayreuth“ im Bestand der 80.000 Mann starken Armeegruppe des Königs mit.Im Feldzug gegen die französische Republik 1792/94, zeichnen sich Angehörige des Regiments wie-derholt aus. So werden in Schlachten wie bei Verdun, bei Valmy und Rhein Türckheim, drei Kanonen, sechs Fahnen sowie eine Kriegskasse erbeutet. Dafür verleiht der König weitere 20 Verdienst-medaillen und 12 “Pour le merite“.

Mit dem Friedensschluss zu Basel, am 5.4.1795, kehrt auch das Ansbach-Bayreuth-Dragoner-Regiment in seine Garnisonen nach Pasewalk, Gartz, Gollnow, Ückermünde und Treptow a. d. Toll zurück. Hinter dem Regiment liegen nun bereits 78 ruhmreiche Jahre, durch die es von insgesamt drei Chefs aus dem Hause Bayreuth und fünf Kommandeure geführt wurde.

Das Regiment der Königin
Der Tod des Generalleutnants Christian Friedrich Carl Alexander Markgraf von Ansbach und Bayreuth - Regimentschef von 1769 bis 1806 - im Frühjahr des Jahres 1806, hatte angesichts der politischen Ereignisse um Preußen den Charakter eines Omens für die folgenden schicksalhaften Jahre des Dragoner Regiments “Ansbach Bayreuth“ Nr. 5
Am 3 Oktober 1805 dringen Truppen Napoleons 1 widerrechtlich ins preussische Ansbach ein Wenige Monate später besiegt der Franzosenkaiser bei Austerlitz, die verbündeten Russen und Österreicher. Preußen steht nun allein vor einem mächtigen Gegner der, durch Friedrich Wilhelms abwartende Politik ermutigt, in seinem militärischen Vorgehen Immer dreister wird.
Eine erneute Besetzung preußischer Gebiete, verbunden mit unannehmbaren französischen Forderungen, lässt den Konflikt offen ausbrechen. Anfang September 1806 setzen sich rund 12.500 preußische Soldaten, unterstützt von sächsischen Einheiten, nach Süden in Marsch. Unter diesen Truppen finden wir auch, geführt vom Kommandeur en Chef, General der Kavallerie Graf von Kalckreuth und seinem Regimentskommandeur, Generalmajor von Heyking, das Regiment “Königin-Dragoner“ Nr. 5.
Am 18. September 1806 passiert das Regiment, auf seinem Marsch nach Thüringen, Berlin. Hier wird es, am Oranienburger Tor, durch seinen neuen Chef Königin Luise von Preußen, empfangen und besichtigt
“Der Truppenteil, der nun nicht mehr den alten Hohenzollern- Namen ‘Ansbach-Bayreuth-Dragoner‘ trug, sondern neuerdings ‘Regiment der Königin‘ genannt wurde, zog auf der Landstraße von Pasewalk, einem blauschimmernden Lindwurm gleich, heran.
Die Königin, im silberverzierten blauen Spenzer ihres Regiments, legte grüßend die Hand an den Hutrand, wie es einem Kommandeur zukam und die Regimentsmusik intonierte den Hohenfriedberger Marsch, als die Dragoner salutierend und Hurra brüllend in mustergültiger Ordnung an ihr vorbeiparadierten...“
Das Regiment, das durch Allerhöchste Kabinetts-Order (A.K.O.) des Königs Friedrich Wilhelm III. vom 5. März 1806 den Namen “Königin-Dragoner“ erhalten hatte, bekam damit auch den Status eines Leibregiments.
Am 14. Oktober 1806, genau um 6.00 Uhr, setzt sich die preußische Hauptarmee bei Auerstedt, in Richtung Freyburg in Bewegung.
An der Spitze der Armee, bei der sich der König befindet und die von Generalfeldmarschall Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Lüneburg kommandiert wird, trabt das 2. Bataillon des Regiments “Königin-Dragoner“. Schnell entwickelt sich, nach anfänglich zögernder Feindberührung, eine mörderische Schlacht Trotz großer persönlicher Tapferkeit der Soldaten unterliegen die Preußen letztlich als Folge der mangelhaften und überalterten Führung, den in mehrfacher Hinsicht überlegenen Truppen des französischen Marschalls Davout.
Die tödliche Verwundung des Herzogs von Braunschweig tut ein Übriges. Auch verzweifelte Gegenangriffe der preußischen Kavallerie unter Führung des Generals von Blücher, an denen auch die Königin-Dragoner maßgeblichen Anteil haben, können die Niederlage nicht aufhalten.
Aber noch ein zweiter Offizier, der allerdings erst später zu großer Popularität gelangen wird, empfängt hier schwere Wunden. Es ist der Zugführer im Regiment “Königin-Dragoner“ und älteste Leutnant der preußischen Armee, Ferdinand von Schill.
In der mörderischen Schlacht von Auerstedt verliert das Regiment 13 Offiziere und 230 Mann. Unter Führung der Obersten von Zieten und von Schäffer zieht es sich kämpfend, in einer Stärke von 21 Offizieren und 375 Mann, über Nordhausen, Halberstadt und Zehdenick über Oder und Weichsel nach Danzig zurück. Dort wird es am 15. Dezember 1806 von Ge neral Graf von Kalckreuth, derzeit Gouverneur der Festung, übernommen.
Eine Analyse der Ursachen für die Niederlage des preußischen Heeres bei Jena und Auerstedt weist auch eine sehr ungünstige Altersstruktur bei Führung und Truppe aus. Dies wider-spiegelt sich auch im Dragoner-Regiment Nr.5: So dienten zu dieser Zeit im Regiment u. a. sechs Mann, die den 7-jährigen Krieg (1756/63) mitgemacht hatten und 142 Mann, die be- reits 1779 Im aktiven Dienst standen.
Nach der Übergabe von Danzig 1807 nimmt das Regiment (Basis bildet das 1. Bataillon) wiederum Anteil am Kampfgeschehen und besteht ruhmvoll die Gefechte bei Dirschau und auf der Danziger Nehrung.
So wird es möglich, dass das Regiment “Königin-Dragoner“ Nr. 5 als eines der wenigen Truppenteile bestehen bleiben darf. Es wird, mit Wirkung vom 16. Oktober 1807 lediglich auf vier Eskadrons reduziert.
Im Rahmen der Reorganisation des preußischen Heeres im Jahre 1808, erfolgt die Neufor-mierung als “Königin-Dragoner“-Regiment Nr. 1 mit dem Regimentskommandeur Oberst- leutnant von Oppen (A.K.O. vom 7. September 1808).
Das Regiment “Königin-Dragoner“ Nr. 1 wird dem Generalgouverneur von Pommern und Neumark und Kommandieren- den General der Küstentruppen, General der Kavallerie von Blücher unterstellt
Es folgen wiederum Jähre des Garnisonsdienstes in den Standorten um Pasewalk. Nach dem frühen Tod des Regimentschefs, Königin Luise von Preußen am 19. Juli 1810, bestimmt die A.K.O. vom 4. August gleichen Jahres, dass das Regiment für immer den Namen “Regiment Königin-Dragoner“ erhalten solle.

“Non soli cedit“- Sie weichen selbst vor der Sonne nicht
Nach der Reorganisation des preußischen Heeres 1808, vollzogen sich natürlich auch einige Veränderungen im Regiment “Königin-Dragoner“ Nr. 1.
Diese blieben nicht nur auf die bereits 1807 erfolgte Reduzierung auf vier Eskadrons und auf Uniformveränderungen beschränkt. Mit der Einführung des, durch Gerhard von Scharnhorst, begründeten “Krümpersystems“, ergeben sich neue Anforderungen an Führung und Ausbil-dung des Regiments. Der junge Ersatz aus Pommern die altgedienten Dragoner und das neue Pferdematerial aus Ost- und Westpreußischen sowie holsteinischen Gestüten müssen zu einem Ganzen zusammengeschweißt werden. Unter den Dragonern finden wir 63 Unteroffiziere, 15 Trompeter und 413 Reiter, die für ihr vorbildliches Verhalten in den Kämpfen 1806/07 mit einer silbernen Ehrenquaste an der Uniform ausgezeichnet wurden.
Das Regiment gehört nunmehr zur Pommerschen Brigade und ist in den Städten Pasewalk, Naugart, Gollnow, Massow, Arnswalde und Woldenberg garnisoniert. Nach dem Tode der Königin Luise, über-nimmt, ab 19.7.1810, Generalfeldmarschall Graf Kalckreuth wieder die Chefstelle. Als Kommandeur wird Major von Brockhusen (auch Brockhausen- d. Verf.) das Regiment bis zum Jahre 1814 führen.
Die Ereignisse um Napoleons Rußlandfeldzug 1812 berühren die Königin-Dragoner nicht. Erst im Frühjahr 1813, mit der Kriegserklärung Preußens an Frankreich wird es dem Regiment vergönnt, seinen Ruhmesblättern weitere hinzuzufügen. Ab 28.2.1813 in der Brigade Borstell des Armeekorps Bülow, hat es eine Stärke von 497 regulären Reitern und einem Detachement Freiwilliger Jäger von 154 Mann. Schon der Frühjahrsfeldzug 1813 ist reich an Gefechten. Am 2. April findet ein Gefecht bei Nedlitz statt. Drei Tage später attackiert das Regiment bei Vehlitz erfolgreich französische Kavallerie. Dabei gelingt es einer Patrouille unter Führung der Gefreiten Wolf und Peiplow (4. Eskadron) ein Geschütz zu erobern. Es folgen Gefechte bei Halle/S. (2.5.), Hoyerswerda (28.5.) und bei Luckau (4.6.1813).
Mit dem Waffenstillstand von Pläsewitz vom 4.6. 1813 finden sowohl Napoleon, als auch die Verbündeten Zeit und Gelegenheit, ihre Truppen aufzufrischen und zu reorganisieren.
Als am 23.8.1813 die erste große Schlacht des Herbstfeldzuges bei Großbeeren ausgefochten wird nimmt auch unser Regiment daran teil. Wiederum im Armeekorps des Generals von Bülow, handelt es im Bestand der Nordarmee unter Führung des schwedischen Kronprinzen Bernadotte. In der Brigade von Treskow, geführt von Oberstleutnant von Brockhusen und Major von Schmiterlöw, hat es entschei-denden Anteil am Schutze Berlins.
Als die Nordarmee in die Niederlande einmarschiert, ist dem Regiment vergönnt an den Gefechten bei Doesburg (23.11.) und um Arnheim (30.11.1813) teilzunehmen.
Das Jahr 1814 - der Rapport vom 1. Januar weist eine Stärke von 452 Dragonern und 109 Freiwilligen Jägern aus. Am 13.1.1814 kommt es zum Kampf um Antwerpen, in dem zwei Eskadrons an einer Attacke teilnehmen.Als der französische Senat am 1.4. die Absetzung Napoleons erklärt, führt das Regiment bei Crespy sein letztes Gefecht im Feldzug.
Die Bilanz der Feldzüge von 1813/14: 85 Tote und 116 Verwundete. Als das Regiment zurückkehrt ergießt sich ein Segen von Ehrungen. Laut A.K.O. vom 3.6.18 14 wird dem Regiment das “Eiserne Kreuz“ (in die Standartenspitze) verliehen. lnsgesamt werden 106 Angehörige des Regiments mit dem “Eisernen Kreuz“ und weitere 68 mit ausländischen Orden ausgezeichnet. Der bewährte Kom-mandeur, Oberstleutnant von Brockhusen, wird als Oberst verabschiedet.
Am 1. März 1815 kehrt Napoleon von Elba zurück. Umgehend eröffnen die Verbündeten den Feldzug. Die 113 000 Mann starke preußische Armee wird von Generalfeldmarschall Fürst Blücher geführt . Zum Bestand seines II. Armeekorps gehört auch die Reserve-Kavallerie-Brigade von der Schulenburg, in der wir das Regiment “Königin-Dragoner“ mit 26 Offizieren, 60 Unteroffizieren, 528 Dragonern und 82 Freiwilligen Jägern finden.
Bei Ligny entbrennt am 16.6.1815 eine äußerst blutige Schlacht. Unter Führung von Oberstleutnant von Kameke wirft das Regiment in siegreicher Attacke drei französische Kürassier-Regimenter. Zwei Tage später nehmen die Dragoner am 18.6. bei Waterloo Anteil an der endgültigen Niederlage Napoleons. Bei der Verfolgung der flüchtenden Franzosen werden durch Angehörige des Regiments drei Generale und 1.800 Offiziere und Mann-schaften gefangen genommen. Mit 132 Toten und Verletzten, büßt das Regiment im Feldzug von 1815 rund 18 Prozent seines Kampfbestandes ein. Wieder um folgen Ehrungen und Auszeichnungen. Das “Eiserne Kreuz“ erhalten 20, einen schwedischen Orden. vier Angehörige des Regiments.
Dem Regiment selbst, werden laut A.K.O. vom 15.6.1815, das “Eiserne Kreuz‘ und die Standartentroddeln am Bande der Kriegsgedenkmünze verliehen.
Auch die folgenden Friedensjahre‘ bringen neue Veränderungen; Die Standorte des Regiments werden auf die Städte Pasewalk, Garz und Greifswald reduziert. Mit der A.K.O. vom 6. November 1816 erhält unser Regiment die Bezeichnung “1. Dragoner- Regiment (Königin)“.
Zwei Jahre später stirbt Generalfeldmarschall Graf Kalckreuth der, mit einer Unterbrechung, 26 Jahre Chef des Regiments war. Das Jahr 1819 -ein weiteres Schicksalsjahr für das Regiment Im Rahmen einer Reorganisation des Heeres, wird das Regiment am 28. Mai, unter der Bezeichnung “2. Kürassier-Regiment-Königin“ in ein Kürassier-Regiment uniformiert.
Gleichzeitig werden die Eskadrons nur noch in Pasewalk und Garz stationiert. Dem neuen Kürassier-Regiment verleiht König Friedrich Wilhelm III. seine alte Leib-Fahne von 1727 mit der Devise “Non soli cedit“ - Sie weichen selbst vor der Sonne nicht - sowie ein Paar silberne Pauken.

Die Pasewalker

Mit der Verlegung weiterer Eskadrons nach Pasewalk, wächst auch die Verbundenheit zwischen Garnisonstadt und Regiment. Ab 1817 erhalten das Regiment sowie einzelne Angehörige wiederholt Stiftungen und finanzielle Zuwendungen seitens der Stadt oder vermögender Bürger. Die Umformierung des Regiments in ein Kürassierregiment, verbunden mit der nunmehr 14. Namensänderung, bringt auch ein neues Outfit. An Stelle des Dragonerblaus, bestimmt jetzt das Weiß der Kürassierkoller das Bild der Uniform. Geblieben ist die karmesinrote Abzeichenfarbe.

Das 2. Kürassier-Regiment (Pommersches), genannt Königin, hat jetzt eine Stärke von etwa 627 Mann. 1821 übergibt der bewährte Kommandeur, Oberstleutnant von Kameke, das Regiment an Oberstleutnant von Kurowski, der es bis 1833 führen wird. Unter seinem Kommando werden die Königin-Kürassiere 183 1/32, im Bestand des Observationskorps von Generalfeldmarschall Graf von Gneisenau zum Schutze der Grenze nach Polen eingesetzt. Es kommt nicht zu Kampfhandlungen aber 20 Mann fallen der Cholera zum Opfer.

Am 19. 09. 1840 wird, nach 22-jährigem Interregnum, die Chefstelle des Regimentes durch die junge Königin Elisabeth von Preußen besetzt. Weitere Ehrungen folgen: Anlässlich des 100. Jahrestages der Schlacht bei Hohenfriedeberg wird dem Regiment, am 8.5.1845 ein Helmbad mit dem Schriftzug „Hohenfriedeberg den 4 Juni 1745“ verliehen

Als am 24. März 1848 in den Herzogtümern Schleswig und Holstein ein Aufstand gegen die dänische Herrschaft ausbricht, setzt Preußen ein Truppenkontingent zur Unterstutzung der Aufständischen in Marsch. Unter dem Kommando von Generalleutnant Graf von Wrangel führt Oberst von Schwemmler unser Regiment in einer Stärke von 580 Mann gegen die Dänen. Nach siegreichen Gefechten bei Schleswig und Appenrade verliert das Regiment durch einen dänischen Überfall bei Steppinge (8.8.1848), 38 Mann an Toten und Verwundeten.

Das Jahr 1850 bringt dem Regimenterneute Standortveränderungen. Nunmehr liegen der Stab sowie drei Eskadrons in Pasewalk und eine Eskadron in Ueckermünde. Fünf Jahre später ist es dann erreicht - Pasewalk ist und bleibt bis 1919, einzige und endgültige Garnison der Königin-Kürassiere

Am 7.6.1866 marschieren preußische Truppen in das österreichisch besetzte Holstein ein. Der preußisch-österreichische Krieg beginnt. Die entscheidenden Operationen dieses Krieges werden allerdings in Böhmen stattfinden. Dorthin marschiert auch das nunmehrige Kürassier-Regiment Königin (Pomm.) Nr. 2 (seit 7.5.1861) unter seinem Kommandeur Oberstleutnant von Pfuhl. Im Bestand des Kavallerie-Korps Hann von Weyher, nimmt es am Gefecht bei Preßburg und an der Schlacht bei Königgrätz teil.

Bereits vier Jahre später müssen sich die Konigin-Kürassiere erneut im Kampf bewähren. Als am 2. 8. 1870 die Kampfhandlungen des deutsch-französischen Krieges eröffnet werden, finden wir unser Regiment in der 1. Armee des Generals von Steinmetz. In einer Stärke von 587 Mann besteht es ruhmvoll in 18 Schlachten und Gefechten.Unter Verlust von 49 Mann und 133 Pferden kehrt das Regiment in seine Garnison zurück.

Zu diesem Zeitpunkt, d. h. von 1717 bis 1870/71, wurden durch das Regiment insgesamt 96 Fahnen und Standarten, 41 Kanonen, 16 Pulverwagen und zwei Kriegskassen erobert sowie rund 15.500 Gefangene gemacht. Aus der Vielzahl der noch folgenden Ehrungen seien an dieser Stelle nur einige genannt: 1871 wird erneut das Eiserne Kreuz verliehen Zum 150 Gedenktag der Schlacht bei Hohenfriedeberg werden allen Regimentsangehörigen zur Uniform Ringkragen verliehen.

Auch Besuche der Regimentschefin der Kaiserin und Königin Auguste Victoria, in den Jahren 1895, 1907 und 1911 sind Höhepunkte für die Truppe. Zwischenzeitlich ergehen immer wieder Einsatzbefehle an die Angehörigen des Regiments. So finden wir 17 Kürassiere im Jahre 1900 im Expeditionskorps gegen China und fünf Reiter kämpfen 1904/06 in Deutsch Südwest-Afrika.

Im 197. Jahr seines Bestehens rückt das Regiment, im August 1914 unter Führung seines 47. Kommandeurs, Major von Knobelsdorf, zu seinem letzten Kampf aus. An der Seite des 2. Pommerschen Ulanen-Regiments Nr.9 (Garnison: Demmin) handeln die Königin-Kürassiere sowohl auf westlichen, als auch auf östlichen Kriegsschauplätzen. Erwähnenswert sind hier die Kampfhandlungen der 5. Eskadron unter Rittmeister von Borcke im November 1916. Bei Ciurari in Rumänien erobert diese rund 70 Mann starke Truppe u.a. 19 Geschütze und Maschinengewehre sowie 168 Fahrzeuge und macht 2.253 Gefangene.

Ab Mai 1918 gehört das Regiment der 6. Kavallerie-Schützen- Division an und versieht zumeist infanteristische Aufgaben. Eine Freiwilligen-Eskadron ist bis 1919 im Osten im Einsatz. Nach dem Waffenstillstand, räumt auch unser Regiment die besetzten Gebiete und tritt den Rückmarsch an. Im Feldzug 1914 - 1919 verliert das Regiment 242 Mann an Gefal-lenen.

Mit der Auflösung des Heeres endet zunächst auch die Geschichte des Kürassier-Regiments Königin (Pomm.) Nr. 2 im 202. Jahr seines Bestehens.

Noch einmal, zur Beisetzung der letzten Regimentschefin, Kaiserin Auguste-Victorias, 1921 in Potsdam ist das alte Offizierkorps des Regiments durch 81 Offiziere vertreten.

Dennoch soll die Tradition der Königin-Kürassiere nicht in Vergessenheit geraten. Nachfolger unseres Regiments in der Garnison Pasewalk werden der Stab sowie die 1. und 5. Eskadron des Reiter-Regiments Nr. 6 der Reichswehr. Zur Wahrerin der Tradition der Königin-Kürassiere wird die 1. Eskadron dieses Regiments bestimmt.


http://www.regiment-prinz-ferdinand.de/page5.php

[ Editiert von kannibali am 18.02.10 15:11 ]

ORiGiN Offline




Beiträge: 228

18.02.2010 15:59
#3 RE: Preußische Dragoner Antworten

Danke sehr informativ
Was ihre Nahkampfwerte angeht, hab ichs so hehalten wie du es beschreibst. Ich war im BEzug auf ihre Absitzfähigkeit nicht sicher, weil ich in bisher noch keiner Schlachtenbeschreibung davon gehört habe, und die Fähigkeit im Spiel auch ziemlich nutzlos ist.

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