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 Ein Schuss der um die Welt geht!
Seydlitz Offline




Beiträge: 1.234

19.10.2009 13:56
RE: Kapitel I - Gründungsschwierigkeiten Thread geschlossen

Im September 1783 wurde in Paris der Friedenvertrag nach fast genau 8 Jahren Krieg unterzeichnet und die Vereinigten 13 Provinzen welche von nun an die Vereinigten Staaten von Amerika sind waren durch die Anerkennung Großbritanniens als neuer Staat geboren worden.
Die USA waren in dieser Zeit der erste wirklich demokratische und Staat der durch das Volk und für das Volk seine Legitimität erhielt. Er war nicht die erste Republik in der Geschichte und die USA orientieren sich auch an die vorhandenen Vorbilder in der Geschichte, aber die USA waren zu dieser Zeit die einzige wirkliche Republik auf der Welt.

Aus Blut und Tränen in einem langen Krieg geboren, war die junge Republik noch alles andere als ein festes erwachsenes Gebilde. Vor dem kontinentalen Kongress in Philadelphia lag ein Gebirge an Aufgaben und Problemen, welche nun dringend gelöst werden müssen. Das erste Problem war das eines Staatsoberhauptes und mit welchen Machtbefugnissen es ausgestattet werden sollte. Die Wahl fiel noch im Jahre 1783 auf George Washington, den Oberbefehlshaber der kontinentalen Streitkräfte und als die Wahl annahm, da konnte er sich mit dem Kongress dem Berg an Problemen widmen.
Auf George Washingtons Liste standen unter anderem diese Punkte:

Staatsform und Machtbefugnisse
Man hat zusammen und unter (s)einem Oberkommando den Sieg für die Freiheit erkämpft. De Facto ist es aber ein loser Bund von 13 einzelnen Staaten die neben dem gemeinsamen Kampf nur eine gemeinsame Stelle haben: Den kontinentalen Kongress!
Die wichtigste zu klärende Frage betrifft daher die Machtbefugnisse der Einzelstaaten und der zentralen Regierung. Anders ausgedrückt: Wo enden die Macht der Einzelstaaten und ihre Befugnisse und wo beginnt die Macht des Bundes?
Diese Frage ist unheimlich detailreich und umfasste z.B. diese Punkte:
- Gesetzgebung und Rechtsprechung auf Staaten- und Bundesebene
- Währungsfrage, denn eine gemeinsame Währung gab es noch immer nicht
- Sklaverei
- Steuerpolitik auf Staats- und Bundesebene
- Wahlverfahren
- Amtssprache
- …

Hierfür reichte der kontinentale Kongress bei weitem nicht mehr aus und es galt hier zunächst einmal die notwendigen Organe der Exekutive, Legislative und Judikative zu schaffen und einzusetzen.
Der Streit war langwierig und nervenaufreibend gewesen und zog sich über die nächsten Jahre, zum Teil sogar Jahrzehnte.

Ein weiter wichtiger Punkt betrifft den Punkt Finanzen an sich. Die USA waren schlicht und einfach vom Staatshaushalt her pleite und dieser Punkt drängte innen- und außenpolitisch! Die versprochenen Prämien an die Armee während des Krieges war jetzt nach dem Friedensschluss nicht mal mehr das Papier wert auf dem sie gedruckt war. Die Goldreserven waren verschwindend klein und von Münzgeld / Hartwährung war man Lichtjahre entfernt. Hinzu kommt, dass es noch immer keine einheitliche Währung gab und einige Bundesstaaten hier weiterhin ihr eigenes Geld hatten. Zwar wurde schnell allgemein von allen eine gemeinsame Währung anerkannt und befürwortet, auch einigte man sich letztlich auf den US Dollar und seine Unterteilung 100 Cent = 1 Dollar, aber wer sollte die Geldpolitik bestimmen? Die zentrale Regierung oder die Bundesstaaten in eigener Verantwortung. Zunächst obsiegten hier die Befürworter der Bundesstaaten und es wurde keine Zentralbank geschaffen. Das Münzrecht wurde somit dezentral an die Bundesstaaten übertragen.
Dringender war jedoch der Punkt der Staatsschulden. Frankreich hatte die USA hier massiv im Krieg mit Hilfslieferungen unterstützt, doch das Waren Lieferungen auf Kreditbasis und nun ging es um die Frage der Rückzahlung!
Die USA waren reich aber dieser Reichtum zeigte sich in dieser Stunde Null nicht in einem Berg an Gold und musste erstmal in so einen goldenen berg verwandelt werden, behutsam verwandelt werden.

Das somit eine Sparpolitik angesagt war versteht sich von selbst. Die Armee reduzierte sich quasi von alleine nach dem Friedensschluss, denn die Kontrakte liefen aus. Die Abfindung der Soldaten erfolgte auf Schuldscheinen, welche meistenteils in Landzuweisungen umgemünzt wurden. Die Flotte wurde ebenfalls drastisch reduziert und umfasste nur noch 4 Kriegsschiffe. Alle anderen Schiffe der US Navy wurden an andere Staaten, vor allem an Frankreich verkauft. Die verbleibende US Army welche noch den Namen „Kontinentale Armee“ trug war nun verschwindend klein. Selbst George Washington befürwortete nur eine minimale Landstreitmacht unter dem Kommando der Bundesregierung. Ihm und allen anderen war natürlich klar, dass es mit den Eingeborenen über kurz oder lang zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommen wird, vor allem mit denen, welche auf britischer Seite gegen sie gekämpft haben. Doch hier sollte der Schutzaufgabe auf die Bundesstaaten und dem Milizprinzip übergehen.

All diesen Aufgaben und Problemen und noch vielen mehr sah sich George Washington gegenüber als er das Amt des 1. US Präsidenten annahm. Er dachte sich daher, als er an seinem Arbeitstisch saß und die Papiere und Bereichte durchging, dass es die Kraft eines Herkules erfordern wird, doch er wird sich dieser Aufgabe stellen!



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